Bauchnabel zur Wirbelsäule ziehen – Nein, danke

Ich weiß, dass der Artikel „Bauchnabel zur Wirbelsäule ziehen – Nein, danke“ so einige verwundern wird, aber was muss das muss. Es ist endlich Zeit für ein Umdenken!

Jeder der schon mal z.B. Pilates oder Yoga gemacht hat, kennt diese Ansage. Sie ist sozusagen ein Klassiker schlechthin. Und nicht grundsätzlich falsch oder schlecht, aber es kommt eben immer drauf an was du erreichen möchtest. Und wenn du deinen Bauchnabel zu Wirbelsäule ziehst, um deine Bauchmuskeln zu aktivieren, dann lass es lieber.

Wann sollte ich die Ansage Bauchnabel zu Wirbelsäule ziehen vermeiden?

Immer, wenn du glaubst du musst so deine Bauchmuskeln aktivieren! Muskeln arbeiten generell in Teams und es bringt wenig zu versuchen nur einen einzigen zu aktivieren. Der Körper ist und bleibt eine Einheit. Wenn du in gutem Kontakt mit deinen Körper bist, dann fluppt es einfach gut. Wenn nicht, das kann man lernen. Der Körper ist einfach großartig!

Warum stellt Bauchnabel zur Wirbelsäule ziehen ein Problem dar?

  1. Wenn du z.B. eine Rektusdiastase hast, dann übst du automatisch mehr Druck auf die Bauchhöhle aus und der Bauchnabel, ist das das schwächste Glied in der Kette und das schwächste Glied gehört Geschützt um Verletzungen zu vermeiden. Das geht aber nicht wenn du deinen Bauchnabel zur Wirbelsäule ziehst, denn du übst hier zuviel Druck aus.
  2. Dein Körper sollte sich längerfristig reflektorisch stabilisieren, d.h. Bewegung, Atmung und Muskulatur funktionieren automatisch und stabilisieren deinen Körper wo, wann und wie immer nötig. Der Körper ist halt einfach mega genial. Aber daher ist es auch nicht überraschend wieviele „fitte“ Menschen Probleme mit eineVerletzungen, Rektusdiastase oder einen schwachem Beckenboden haben. Sie trainieren ihren Körper für die jeweilige Übung aber nicht für den Alltag / das Leben.
  3. Du schränkst dich damit in deiner eigenen Bewegungsfreiheit ein.
  4. „Bauchnabel zur Wirbelsäule“ lehnt sich an eine Studie aus den 90ern von Hodges and Richardson, die längst als überholt gilt. Einen einzelnen Muskel zu behandeln ignoriert das große ganze Bild des Körpers und sendet letztlich nicht das gewünschte Signal an den Körper. Gut, das wir heute um einiges schlauer sind und wissen, dass der Körper in seiner Gesamtheit betrachtet werden muss.
  5. Wenn du schwanger bist, könnte es sich negativ auf die Position deines Babys auswirken.
  6. Es könnte deinen Beckenboden schwächen.

Bauchnabel zur Wirbelsäule ziehen – Nein, danke

Es wird Zeit, das wir wegkommen von der „ich trainiere nur diesen oder jenen Teil meines Körpers, um meine Rückenschmerzen, Knieschmerzen oder ähnliches zu heilen“. Das ist einfach eine sehr kurzfristig gedachte Mentaliät und bringt auf Dauer nicht viel. Ich sehe es bei so vielen Frauen in meinen Kursen, die über Schmerzen von Kopf  bis Fuß klagen und das Problem viel Komplexer ist als „nur“ das Knie, die Hüfte, der Rücken.

Jeder Mensch sollte besser über die eigene Anatomie informiert sein und wie man diese gesund, richtig und mit Freude im Alltag trainiert. Und wichtig ist hierbei den Körper als Einheit zu sehen und die Körperinteligenz zu schulen. Es darf auch nicht vergessen werden, das der Körper viel mehr ist als eine anatomische, mechanische Struktur. Also Kopf und Geist sollten mit Freude dabei sein. Mindset ist mehr als nur die halbe Miete.

Erfolgreiches Training!

Hast du noch Fragen oder Anmerkungen? Einfach alles in die Kommentare und dann beantworte ich dir gerne Unklarheiten.

Disclaimer: Dieser Blogpost ersetzt weder einen Arztbesuch, professionellen Rat noch stellt es eine Behandlungsempfehlung dar.

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