Dein Beckenboden – 10 Mythen und Legenden

Alle haben einen und doch kennt ihn niemand. Der Beckenboden. Da man ihn nicht sieht, ranken sich so einige Mythen und Legenden um ihn. Ich nenne dir jetzt die 10 Mythen und Legenden, die ich am häufigsten höre.

Dein Beckenboden – 10 Mythen und Legenden

Mythos: Inkontinenz nach einer Geburt und mit steigendem alter ist normal.
Fakt: Auch wenn sehr viele Frauen nach einer Geburt inkontinent sind, ist es nicht normal. Ein guter Artzt / Physio und das richtige Training können wahre Wunder bewirken.

Mythos: Schmerzen beim Geschlechtsverkehr nach einer Geburt sind normal.
Fakt: Das Problem ist gängig ja, aber Schmerz ist nie normal.

Mythos: Beckenbodentraining mit Liebeskugeln löst alle deine Probleme.
Fakt: Schwacher Beckenboden heißt nicht, das dein Beckenboden keine Spannung hat. Im Gegenteil oft sind viele Frauen zu verkrampft und können nicht LOSLASSEN. Wenn du jetzt noch mit den Liebeskugeln deinen ohnehin schon verkrampften Beckenboden trainierst wirst du dein Problem sehr wahrscheinlich nicht lösen.

Mythos: Nur Frauen nach der Geburt haben eine Beckenbodendysfunktion.
Fakt: Auch Frauen, die noch keine Kinder haben, können unter ihrem Beckenboden leiden. Sehr oft höre ich es zum Beispiel von eigentlich nach außen hin sehr gut trainierten Sportlerinnen.

Mythos: An allen Beckenbodenproblemen ist der Beckenboden schuld.
Fakt: Das wäre doch zu einfach. Unser Körper ist unheimlich komplex und besteht aus so vielen verschiedenen Systemen, die gut zusammenarbeiten müssen, um dieses Problem zu beheben. Oft ist der Beckenboden gar nicht das Problem, sondern eher das Symptom. Das eigentliche Probleme liegt meistens weiter oben bzw.  weiter unten. Wenn du also mit Beckenbodenbeswerden zu tun hast schau dir den Körper – Atmung, Ausrichtung, Mobility – genauer an.

Mythos: Wenn du einmal ein Baby vaginal geboren hast, dann ist dein Beckenboden hinüber. Das wars. Du bist zerstört.
Fakt: Ich lach mich tot. Son quatsch. Nee, du kannst deinen Beckenboden in JEDEM alter trainieren und so einiges, also wirklich einiges rausholen wenn du dran bleibst. Mein Beckenboden ist mittlerweile sogar besser als er vor der Geburt jemals war. Du bist nicht zerschrottet!!!!

Mythos: Ein Kaiserschnitt schützt vor Beckenbodenproblemen.
Fakt: Ein Kaiserschnitt ist eine mega große, weit unterschätzete OP, bei der so einige Schichten verletzt werden, die sehr wichtig für die Funktion des Beckenbodens sind, wie zum Beispiel der Transversus Abdominis. Ein Kaiserschnitt schützt also definitiv nicht vor einer Beckenbodendysfunktion.

Mythos: Männer haben keine Beckenbodenprobleme.
Fakt: Das stimmt so nicht, sie haben andere Probleme, wie z.B. Errektionsstörung, aber auch gleiche Probleme wie Inkontinenz.

Mythos: Sit-ups und Crunches sind eine super Möglichkeit, um einen flachen Bauch zu bekommen.
Fakt: Wenn ich früher im Fitnessstudio mal Sit-ups oder Crunches gemacht habe (vor der Geburt), dann aus Spaß an der Gruppendynamik, nicht weil es eine sinnvolle Übung ist, da du damit nur eine von deinen vier Bauchmuskelschichten trainierst. Wenn du jetzt auch noch eine Rektusdiastase oder ein Beckenbodenproblem hast, könnte es durch den hohen Druck der im Bauchraum durch Sit-ups und Crunches erzeugt wird alles verschlimmern. Im Idealfall trainierst und lehrst du deine tiefe Bauchmuskulatur wieder reflektorisch zu arbeiten. Es gibt wirklich bessere Übungen.

Mythos: Den Beckenboden trainiert man ganz einfach in dem man den Urinstrahl anhält und wieder loslässt.
Fakt: Es ist eine nette Spürübung, aber wenn es so einfach wäre, hätte ja niemand mehr ein Problem. Also bitte nicht anspannen und loslassen als Training benutzen. Du tust dir damit sehr wahrscheinlich keinen Gefallen.

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