Lerne die tiefe Hocke

Heute geht es um etwas, was scheinbar noch immer viel zu unterbewertet ist: die tiefe Hocke!

Als ich 2008 in China war, habe ich mich jedes Mal gefreut, den Chinesen in ihrer tiefen Hocke zuzusehen. Die Chinesen sitzen immer und überall in der Hocke und es sieht immer beneidenswert bequem aus. Ich selber konnte es nie und in die Hocke gehen, mit beiden Fersen dien Boden berühren, schien unmöglich… bis jetzt und das unter anderem Dank der Ido Portal challenge.

Als ich auf Ido Portal aufmerksam gemacht worden bin, habe ich mir vorgenommen, die Hocke jetzt ein für allemal zu lernen.

Fitness ist mehr als nur rennen, laufen und springen. Sollte nicht auch die richtige Ruheposition, also eine entspannte Hocke, Teil von einem Fitness-/Gesundheitskonzept sein?

Warum ist die tiefe Hocke eigentlich so wichtig

Die Tiefe Hocke ist so wichtig, weil…

  • Die Hocke ist eine völlig natürliche menschliche Haltung. Das stelle ich immer wieder fest, wenn ich Kinder sehe, die sich einfach entspannt hinhocken.
  • Sie beugt Hämorrhoiden vor, da sie den Stuhlgang erleichtert.
  • Sie verbessert die Flexibilität und Mobilität nicht nur im Rücken, sondern auch im Becken, Knie und Fuß. Erfolge stellt man bereits nach einigen Tagen fest.
  • Schwangeren Frauen kann die tägliche Hocke bei der Vorbereitung auf eine natürliche Geburt helfen, denn die Hocke schafft den nötigen Platz, den das Baby bzw. das Becken brauchen. Die Hocke wird auch von Hebammen empfohlen. Mehr Infos gibts auf hebammenwissen.info. Ich würde die Hocke allerdings schon vorher üben, sonst macht die ganze Geburt wahrscheinlich noch weniger Spaß.
  • Die Hocke dehnt die Wadenmuskulatur, die Achillessehnen, die Oberschenkelmuskulatur und die Gesäßmuskulatur.
  • Man hat immer einen Sitzplatz.
tiefe Hocke
Ich übe die tiefe Hocke immer und überall. Mittlerweile ist es sogar schon entspannend und meine Hosen werden auch nicht mehr dreckig.

Hier sind die Regeln für die Squat Challenge

  • Ich mache keinen Tag Pause. Ich hocke mich auch draußen einfach mal hin. (Und überhaupt wird die Hocke jetzt Teil von mir.)
  • Die Hocke ist eine Ruheposition und man sollte, auch wenn es am Anfang schwerfällt, versuchen sich in dieser Position zu entspannen. Wenn es ungemütlich wird, einfach aufstehen. Ich fand es am Anfang eher unmöglich.
  • Die Füße sollten Schulterbreit auseinander sein und die Zehen sollten nach vorne zeigen.Am besten ausprobieren und fühlen, was der Körper sagt.
  • Lieber öfter am Tag kurz in die Hocke gehen und dann die Sekunden oder Minuten zusammenzählen, als sich zu quälen und zu versuchen 10 Minuten am Stück zu hocken… was am Anfang sowieso eher unmöglich ist. 30 Minuten hocken, auch über den Tag verteilt, wollte mein Körper am Anfang einfach nicht, deshalb habe ich erst mal nur mit 10 Minuten angefangen.
  • Das Ziel ist es mit den Fersen auf dem Boden zu sein. Sollte das unmöglich scheinen, dann die Fersen leicht erhöhen, bis Mobilität und Flexibilität im Fußgelenk hergestellt ist. Ich habe dafür am Anfang unterschiedlich dicke Bücher benutzt und mich langsam an ein dünnes Buch rangehockt. Oder sich hinhocken und dabei Festhalten an einer Stange, Baum oder den Partner bitten zu helfen. Es ging  letztendlich schneller als ich je für möglich gehalten hätte.
  • Ich übe zuhause immer Barfuß. Ich trage nur beim Joggen und auf der Straße Schuhe.

 

Und hier habe ich ein kurzes Youtube Video zu meiner Hocke gemacht.

Mehr Informationen findet ihr auf simplefit.de und arsamo.de.

 

Update Januar 2016: Ich habe die tiefe Hocke mittlerweile komplett integriert und Hocke wirklich bewusst jeden Tag ein wenig rum. Ich bin sehr froh, dass ich es tatsächlich mittlerweile schaffe zu Hocken und möchte diese Flexibilität unter keinen Umständen je wieder missen.

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13 Kommentare zu “Lerne die tiefe Hocke

  1. Sebastian sagt:

    Hey Ulya,

    ich bin gerade zufällig bei dir gelandet und finde diesen großartigen Artikel. Ich unterschreibe alles zu 100% und bin auch über Ido auf die Challenge gekommen.

    Die tiefe Hocke ist aus meinem Alltag nicht mehr wegzudenken. Hocke gerade auf dem Boden vor dem Stuhl auf dem mein Laptop steht. 🙂

    Das hier ist übrigens ein super Satz von dir! – „Fitness ist mehr als nur rennen, laufen und springen. Sollte nicht auch die richtige Ruheposition, also eine entspannte Hocke, Teil von einem Fitness-/Gesundheitskonzept sein?“

    Ich glaube auch, dass viele Sportler da draußen gesunde, bewegliche und stabile Gelenke noch nicht wirklich im Fokus haben. Leistung und Muckies zählen (noch) mehr.

    Dabei ist es so einfach an der eigenen Beweglichkeit zu arbeiten, wie dein Artikel beweist.

    Beste Grüße,
    Sebastian

    1. Ulya sagt:

      Hallo Sebastian, sorry für die späte Reaktion Hab mich total gefreut deinen Kommentar zu lesen. DANKE

  2. Hi Ulya,

    beim Stöbern durch Google nach Bildern mit der tiefen Hocke fand ich dein Bild und den Artikel dazu. Ich finde die Art und Weise wie du schreibst sehr schön. Das Video mit den gezeigten Steigerungen ist toll. Je öfter und klüger man diese tiefe Hocke einsetzt, desto entspannter wird sie und der Übertrag ins Leben ist grandios.

    Es ist schön zu sehen, bzw. zu lesen, dass immer mehr Menschen am ganzheitlichen Bewegungen interessiert sind, und das auch mitteilen.

    Beste Grüße
    Chris

    1. Ulya sagt:

      Hallo Chris, vielen Dank für die ieben Worte

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